SV Eintracht Celle


Glaubt man dem Chronisten Clemens Cassel, der in den 20-er Jahren die „Geschichte der Stadt Celle“ geschrieben hat, so wurde schon 1896 der erste Fußballverein in Celle in Celle gegründet. Belege darüber gibt es jedoch nicht.

Nach Aktenkunde wurde erst 1904 ein Fußballclub, der FC Phönix von 1904 ins Leben gerufen, der sich aber nicht dem 1900 gegründeten DFB anschloss.

Mit der Darstellung der Vorgänger der SV Eintracht von 1910 muss man diese ein wenig unter die Lupe nehmen. Eine ganze Säule von Clubs und Vereinen führt nach verwirrenden Zusammenschlüssen und Auflösungen letztendlich am 6. Dezember 1921 zur Spielvereinigung Eintracht von 1910. Beginnen wir also mit dem FC Phönix von 1904, aufgelöst 1910. Die Spieler treten in den FC Eintracht 1910 über. Aus dem 1905 gegründeten FC Germania, der sich bereits 1908 wieder auflöst, gelangen die Aktiven über den FC Phönix ebenfalls zum FC Eintracht 1910. Aus dem FC Eintracht 1910 wird zwischenzeitlich die Spielvereinigung Eintracht von 1919, der im gleichen Jahr noch die Spieler des im 1. Weltkrieg vornehmlich aus Soldaten gegründeten FC Eiche beitreten. Zusammenfassend entstand somit am 6. Dezember 1919 die noch bis zur Fusion mit dem MTV Celle von 1847 existierende  SV Eintracht v. 1910. Aber damit ist noch nicht alles gesagt, denn an diesem denkwürdigen 6. Dezember 1919 schloss sich dem neu gegründeten Verein noch die 1919 entstandene Sportvereinigung von 1910 an, welche aus der Schülersportvereinigung von 1910 und dem SSV Hohenzollern von 1908 entstanden war. Ein bisschen schwierig nach zu vollziehen, aber so war es eben.

Mit dem Beginn des 1. Weltkrieges erlosch der Spielbetrieb  weitgehend, bis auf den FC Eiche,  der sich erst nach dem verlorenen Krieg 1918 wieder belebte. Anfangs wurde auf dem Platz am „Waldschlösschen“ gespielt, etwa dort, wo heute der Praktiker-Baumarkt angesiedelt ist. Der Platz war im schlechten Zustand, sodass schon bald überwiegend am „Alten Kanal“ gekickt wurde.

Bereits 1922 begannen die Freie Turnerschaft auf der einen Seite und der SV Eintracht auf der anderen mit dem Bau von Sportplätzen an der heutigen Nienburger Straße. Nach mühevoller  Arbeit, alles in Eigenleistung, konnte am 6. Juni 1926 als größtes Ereignis bei Eintracht ein Fußballfeld mit einer 400-Meter Aschenbahn vorerst noch ohne Tennisplätze eingeweiht werden. Bereits seit 1920 wurde im Verein Leichtathletik betrieben. Mit der neu errichteten Aschenbahn fanden dort spannende Wettkämpfe statt. Unvergessen sind die damals sehr beliebten 10x100m Staffeln mit vielen bekannten Leichtathleten aus unserer Stadt. Leider endet die Ära Leichtathletik in Eintracht schon 1950.

Eine Hockey-Abteilung gründete sich bereits 1926. Neben anderen verdienten Sportlern ist mit dem Hockey-Spiel in Celle der Name Walter Lüdecke besonders zu nennen. Als „Hockey-Papst“, Leichtathlet und Sportjournalist hat er in Celle im wahrsten Sinne des Wortes Sportgeschichte geschrieben. Als erfolgreicher Langstreckenläufer startete er 1931 in Hannover sogar gegen den finnischen Wunderläufer Paovo Nurmi. In den 40er und 50er Jahren waren die besten Hockeymannschaften aus Deutschland auf dem Eintrachtplatz zugegen.

Nachdem in anderen Celler Vereinen bereits in den 20er Jahren Handball gespielt wurde, begann man bei Eintracht erst nach Kriegsende 1946 mit Feldhandball. Bernhard Kirking und Alex Witt waren die Gründer der Abteilung. Alex Witt war auch als guter Leichtathlet bekannt und gehörte jahrelang zu den erfolgreichen 10x100 Meter-Staffeln in Celle. Beide, Kirking und Witt leisteten erfolgreiche Arbeit in den schwierigen  Zeiten nach 1945. Bis Anfang der Fünfziger waren die „Einträchtler“ führend im Celler Handballsport. Allen voran die Damenmannschaft, die sogar Niedersachsenmeister wurde. Erst mit dem Beginn des Hallenhandballs etwa 1953 endete die erfolgreiche Aera. Aber Handball wurde noch weiter gespielt.

Weiter zu nennen ist die Tennisabteilung Eintracht, kurz TAE genannt, die 1927 mit dem Vorsitzenden Heinrich Varrelmann gegründet wurde. Ein Jahr später konnten zwei Tennisplätze, mit einer Gartenbank zum Umkleiden, eingeweiht werden. Im 2.Weltkrieg musste der Spielbetrieb weitgehend eingestellt werden und nach Kriegsende hatten die Engländern die Plätze noch bis 1947 beschlagnahmt. Erst 1949 konnte der Tennissport unter der Leitung von Hans Glaner wieder aufgenommen werden. Eine kleine Wellblechbude diente damals als „Clubhaus“. Mit Alfred  Thomalla spielte die TAE in den fünfziger Jahren in Niedersachsens höchster Spielklasse. 1972 wurde ein eigenes Clubhaus errichtet und die Anlage1981 und 1988 um weitere Plätze auf nunmehr sechs erweitert. In den Jahren 1985 und 1992 waren die TAE Herren Niedersachsenmeister. 1997 konnte die 2-Feld-Tennishalle errichtet und eingeweiht werden.

2002 feierte die TAE das 75-jährige Bestehen und konnte somit auf eine erfolgreiche Abteilungsgeschichte zurückblicken.